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Neue Hoffnung in der Onkologie: Erster p53-Aktivator zeigt Wirkung bei soliden Tumoren

aerzteblatt.de

Ein neu entwickelter Wirkstoff, der das Tumorsuppressor-Protein p53 reaktiviert, hat in einer frühen klinischen Studie erstmals Hinweise auf eine Wirksamkeit bei fortgeschrittenen soliden Tumoren gezeigt. Der oral verfügbare Wirkstoff Rezatapopt stellte in einer Phase-I-Studie die Funktion von mutiertem p53 teilweise wieder her und führte bei einigen stark vorbehandelten Patient:innen zu partiellen Remissionen.

p53 als therapeutisches Ziel

Das Tumorsuppressor-Protein p53 spielt eine zentrale Rolle in der Regulation des Zellzyklus und der Apoptose. Mutationen im TP53-Gen gehören zu den häufigsten genetischen Veränderungen in menschlichen Tumoren und sind häufig mit aggressivem Tumorwachstum und schlechter Prognose verbunden.

Der neue Wirkstoff Rezatapopt wurde gezielt entwickelt, um eine bestimmte p53-Mutation zu stabilisieren und die ursprüngliche Funktion des Proteins wiederherzustellen. Durch diese Reaktivierung kann der p53-Signalweg wieder aktiviert werden, was in Tumorzellen zu Wachstumshemmung oder Zelltod führen kann.

Erste klinische Ergebnisse

In der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Phase-I-Studie wurde der Wirkstoff bei Patient:innen mit fortgeschrittenen, austherapierten soliden Tumoren untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Wirkstoff gut verträglich war und bei einem Teil der Teilnehmenden partielle Remissionen erzielt wurden. Diese frühen klinischen Hinweise gelten als wichtig, da eine direkte pharmakologische Aktivierung von p53 lange als besonders schwierig galt.

Perspektiven für die Präzisionsonkologie

Die Studienergebnisse haben bereits zur Planung weiterer klinischer Studien geführt. Besonders relevant ist der Ansatz für Tumoren mit spezifischen TP53-Mutationen, die bislang therapeutisch schwer adressierbar waren.

Sollten sich die Ergebnisse in größeren Studien bestätigen, könnte die gezielte Reaktivierung mutierter Tumorsuppressor-Gene ein neuer therapeutischer Ansatz in der Präzisionsonkologie werden – insbesondere für Patient:innen mit fortgeschrittenen oder therapieresistenten Tumoren.

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  Quelle: aerzteblatt.de (27.02.2026; GI-NH)