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WHO fordert Waffenstillstand im Kongo: Ebola-Ausbruch wird durch Konflikt verschärft

derstandard.at

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert einen Waffenstillstand im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Grund ist ein schwerer Ebola-Ausbruch, dessen Eindämmung durch anhaltende Kämpfe erschwert wird. Laut der WHO führen unter anderem, überfüllte Flüchtlingslager dazu, dass sich das Virus weiter ausbreiten kann.

„Katastrophale Kollision von Krankheit und Konflikt“

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bezeichnete die Lage im Osten des Kongos als eine „katastrophale Kollision von Krankheit und Konflikt“. Besonders betroffen ist die Provinz Ituri, in der sich der aktuelle Ausbruch konzentriert. Die Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und Regierungstruppen erschweren den Zugang zu betroffenen Gemeinden und verhindern eine effektive medizinische Versorgung.

Laut WHO können Gesundheitshelfer Erkrankte oft nicht erreichen, Kontakte von Infizierten nicht nachverfolgen und notwendige Schutzmaßnahmen nur eingeschränkt umsetzen. Gleichzeitig werden Menschen durch die Gewalt immer wieder zur Flucht gezwungen, wodurch das Risiko weiterer Ansteckungen steigt.

Flüchtlingslager begünstigen die Ausbreitung

Die anhaltenden Kämpfe haben Hunderttausende Menschen vertrieben. Viele leben in überfüllten Lagern mit eingeschränkter medizinischer Versorgung und schlechten hygienischen Bedingungen. Unter solchen Umständen wird die Unterbrechung von Infektionsketten besonders schwierig.

Die WHO warnt, dass Erkrankte und Kontaktpersonen häufig nicht isoliert werden können. Gleichzeitig erschweren Misstrauen gegenüber Behörden und die Unsicherheit in der Region die Zusammenarbeit mit den Gesundheitsdiensten. In einigen Gebieten kam es sogar zu Angriffen auf Gesundheitseinrichtungen und Hilfskräfte.

Seltene Ebola-Variante ohne zugelassenen Impfstoff

Besondere Sorgen bereitet die sogenannte Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus. Für diesen Virusstamm existiert derzeit weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie. Die Eindämmung beruht daher vor allem auf schneller Diagnose, Isolierung von Erkrankten und konsequenter Kontaktverfolgung.

Die WHO erklärte den Ausbruch bereits Mitte Mai zu einer internationalen Gesundheitsnotlage. Experten befürchten, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegen könnte als die offiziell bestätigten Fälle, da viele Regionen aufgrund der Sicherheitslage schwer zugänglich sind.

Internationale Hilfe stößt an Grenzen

Internationale Organisationen haben ihre Unterstützung verstärkt und zusätzliche Mittel für Behandlung, Überwachung und Grenzkontrollen bereitgestellt. Dennoch bleibt die Sicherheitslage ein zentrales Hindernis. Nach Angaben der WHO können nur ein Teil der Kontaktpersonen regelmäßig überwacht und zahlreiche Verdachtsfälle rechtzeitig getestet werden.

Tedros appellierte deshalb an alle Konfliktparteien, humanitären Zugang zu ermöglichen und die Kämpfe auszusetzen. Nur so könne verhindert werden, dass sich der Ausbruch weiter ausbreitet und noch mehr Menschenleben fordert.

Sorge vor regionaler Ausbreitung

Der Ausbruch hat bereits Auswirkungen über die Landesgrenzen hinaus. In dem Nachbarland Uganda wurden ebenfalls Fälle registriert. Gesundheitsbehörden und internationale Organisationen bereiten sich deshalb auf eine mögliche weitere Ausbreitung in der Region vor.

Die WHO betont jedoch, dass das Risiko auf globaler Ebene weiterhin als vergleichsweise gering eingeschätzt wird. Entscheidend sei nun, die Ausbreitung in den betroffenen Gebieten schnell unter Kontrolle zu bringen – und dafür sei ein Waffenstillstand von zentraler Bedeutung.

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  Quelle: derstandard.at (27.05.26; GI-NH)