mail
Druckansicht
 

EU-Forschungsprojekt „PhotoMel“: MedUni Wien untersucht Melanomrisiko bei jungen Erwachsenen

meduniwien.ac.at

Warum erkranken manche junge Menschen an einem malignen Melanom, obwohl sie klassische Risikofaktoren nur in begrenztem Ausmaß aufweisen? Dieser Frage widmet sich das neue europäische Forschungsprojekt PhotoMel, das von der Medizinischen Universität Wien koordiniert wird. Im Mittelpunkt stehen bislang wenig erforschte Zusammenhänge zwischen früher UVA-Exposition, Inhaltsstoffen von Hautpflegeprodukten und der Entstehung von Hautkrebs im jungen Erwachsenenalter.

Melanom zählt zu den gefährlichsten Krebsarten bei jungen Menschen

Das maligne Melanom gehört zu den bedeutendsten krebsbedingten Todesursachen bei jungen Erwachsenen in Europa. Trotz intensiver Aufklärungskampagnen und verbesserter Früherkennung bleibt die Erkrankung eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit.

Besonders alarmierend ist, dass die Zahl bestimmter Krebserkrankungen bei jüngeren Menschen in vielen Ländern zunimmt. Forschende suchen daher verstärkt nach Umwelt- und Lebensstilfaktoren, die zur Krebsentstehung beitragen könnten.

Fokus auf UVA-Strahlung und Hautpflegeprodukte

Das von der EU im Rahmen von Horizon Europe Mission Cancer geförderte Projekt untersucht insbesondere die Auswirkungen von UVA-Strahlung in Kindheit und Jugend. Während UVB-Strahlung seit Langem als wichtiger Auslöser von DNA-Schäden bekannt ist, sind die langfristigen Folgen einer frühen UVA-Belastung noch nicht vollständig verstanden.

Zusätzlich analysiert das Forschungsteam mögliche Wechselwirkungen zwischen UVA-Strahlen und bestimmten Zusatzstoffen in Hautpflegeprodukten. Ziel ist es herauszufinden, ob diese Kombination strukturelle Veränderungen der Haut begünstigen und damit die Entstehung oder Ausbreitung von Melanomen fördern kann.

Modernste Technologien sollen neue Erkenntnisse liefern

Um diese komplexen Zusammenhänge zu untersuchen, setzt das internationale Konsortium auf modernste Forschungsmethoden. Dazu gehören:

  • Ex-vivo-Hautmodelle
  • Mutationsanalysen
  • räumliche Multiomics-Verfahren
  • hochauflösende Mikroskopie
  • funktionelle Genomik
  • computergestützte Modellierung biologischer Prozesse

Durch die Kombination dieser Technologien wollen die Forschenden besser verstehen, welche biologischen Mechanismen hinter der Entstehung aggressiver Melanomformen stehen.

Von der Grundlagenforschung zu besseren Vorhersagemodellen

Ein zentrales Ziel von PhotoMel besteht darin, neue Biomarker zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko für die frühe Metastasierung von Melanomen anzeigen könnten. Gleichzeitig sollen Vorhersagemodelle entwickelt werden, die individuelle Risikoprofile genauer erfassen.

Hierfür werden neben experimentellen Daten auch Patient:innenkohorten und retrospektive klinische Datensätze ausgewertet. Dadurch sollen molekulare Veränderungen direkt mit Krankheitsverläufen verknüpft werden können.

Langfristig könnten solche Modelle helfen, Risikopersonen früher zu identifizieren und Präventionsmaßnahmen gezielter einzusetzen.

Internationale Zusammenarbeit für die Krebsforschung

Koordiniert wird das Projekt von Karin Pfisterer von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien. Neben der MedUni Wien sind renommierte Forschungseinrichtungen aus Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien beteiligt, darunter das European Molecular Biology Laboratory (EMBL), das King's College London, die Universität Leiden und die Universität Lund.

Das Gesamtbudget des Projekts beträgt rund 5,7 Millionen Euro, davon entfallen mehr als 2,1 Millionen Euro auf die MedUni Wien. Der offizielle Projektstart ist für September 2026 geplant, die Laufzeit beträgt vier Jahre.

Warum die Forschung wichtig ist

Die Ursachen von Hautkrebs sind komplex und gehen weit über die klassische Vorstellung von „zu viel Sonne“ hinaus. Projekte wie PhotoMel tragen dazu bei, bislang unterschätzte Umweltfaktoren zu identifizieren und die biologischen Prozesse hinter der Krebsentstehung besser zu verstehen.

Die gewonnenen Erkenntnisse könnten künftig die Grundlage für neue Strategien in der Hautkrebsprävention, der individuellen Risikobewertung und der personalisierten Medizin bilden.

Lesen Sie den ganzen Artikel hier

Weiterführende Links

  Quelle: meduniwien.ac.at (28.05.2026; GI-NH)
 
"GOING INTERNATIONAL fördert den Zugang zu Aus-, Fort- und Weiterbildung, unabhängig von sozialen, geographischen und nationalen Grenzen."

Alumni Club Medizinische Universität WienEuropean Health Forum GasteinCenter of ExcellencenewTreeHelix - Forschung & Beratung WienAnästhesie in Entwicklungsländern e. V.Centro per la Formazione Permanente e l'Aggiornamento del Personale del Servizio SanitarioÖsterreichische Akademie der Ärzte